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Chan unsere Piccolo-Flöte
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26.October 2017   Landesjugendorchester NRW

Er ist erst zwei Jahre in Deutschland und schon Mitglied im LJO.

Interview mit Chan Kim, 19 (Piccolo-Flöte)

 

„Ich möchte eigentlich einfach ich selbst werden.“

 

 Wie lange bist du schon dabei?

Ich bin seit der letzten Phase im Frühjahr 2017 dabei

 

Möchtest du später Musik studieren?

Ja, auf jeden Fall, ich bin dafür nach Deutschland gekommen.

 

Bewirbst du dich jetzt schon an Hochschulen?

Noch nicht, ich bin gerade in der 11. Klasse und ich brauche noch ein Jahr. Ich brauchte noch ein bisschen Zeit zum Deutsch lernen. Mir fehlt noch ein Schulabschluss um in die Hochschule zu gehen und in Korea habe ich keinen gemacht. Deswegen wollte ich am Gymnasium anfangen. Weil mein Deutsch damals schlecht war, bin ich in die 9. Klasse gegangen, obwohl mein alter in die 11. gepasst hätte. Ich bin aber auch schon Jungstudent an der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf im zweiten Semester.

 

Und hast du auch in Korea schon in Orchestern gespielt?

Im Schulorchester. In Korea war ich auf einer Schule mit musikalischem Schwerpunkt, auf Englisch dann Music Middle School. Das ist bei uns eine bekannte Eliteschule für Musiker und Künstler. Dort war ich in einem Schulorchester mit 20 Flöten. Es war aufgeteilt in Streichorchester und Blasorchester, deshalb 20 Flöten.

 

Ist das LJO dein erstes größeres Orchesterprojekt?

Ja genau, in Deutschland habe ich das zum ersten Mal versucht. Ich liebe es. Ich spiele auch im Jugendsinfonieorchester der Tonhalle in Düsseldorf.

 

Wie bist du an dein Instrument gekommen?

In meiner Grundschule sollte ich ein Instrument auswählen, entweder Geige, Cello oder Flöte. Geige und Cello sind ja schon ganz bekannt, aber Querflöte, da hatte ich gar keine Ahnung von, deswegen habe ich es einfach mal versucht und es hat mir irgendwie gefallen.

 

Seit dem übst du fleißig?

In der Grundschule war es mehr noch zum Spaß, ich habe auch nicht geübt. Aber seit der vierten Klasse mache ich es ordentlich.

 

In dieser Phase spielst du aber nur Piccolo, oder?

Ja. Nur zwei Sätze, aber es ist trotzdem schön.

 

Hast du ein musikalisches Vorbild?

Eigentlich nicht wirklich. Ich kenne natürlich viele Flötisten, aber ich möchte eigentlich ich selbst werden.

 

Was machst du, wenn du nicht gerade Flöte spielst?

Ich spiele auch noch Gitarre oder Bassgitarre, aber nicht so gut wie Flöte, deswegen habe ich das nicht mitgebracht. Und ich spiele auch gerne mit dem Computer.

 

 Ist deine Familie auch musikalisch?

Mein Vater und meine Mutter leider nicht. Meine Schwester lernt Gesang und will auf jeden Fall auch hier studieren. Mein Opa ist Dirigent in Korea, er dirigiert ein Seniorenorchester.

 

Was für einen Eindruck hast du vom LJO?

Ich liebe es hier! Ich bin es gewohnt sich für Orchesterproben einmal pro Woche zu treffen. Hier proben wir zwei Wochen lang, jeden Tag treffen wir uns, ich finde das wirklich toll. Es ist viel einfacher um sich zu verstehen, oder auch für uns Bläser ist es viel besser, weil wir jeden Tag Intonation und sowas überprüfen sollen. Für Piccolo ist das auch sehr wichtig. Deshalb finde ich das hier wirklich gut. Manchmal muss ich früh aufwachen, das ist nicht gut, aber sonst...

 

Das Interview führten Kamilla Eggeling und Eva Suhr.