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Rita Menke im Interview
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20.April 2019   Landesjugendorchester NRW

Im Interview ist heute RIta Menke die Projektmanagerin des LJOs. Wir haben sie alles gefragt, was euch interessiert hat!

Ja hi. Du bist die Projektmanagerin des LJOs, willst du dich einmal kurz vorstellen?

Ich bin Rita Menke - seit 33 Jahren Projektmanagerin des LJOs.

Was hast du als Projektmanagerin für Aufgaben?

Also im Vorfeld bin ich an der Planung und Ideensammlung für die Projekte beteiligt. Dann geht meine eigentliche Arbeit im Büro los: Ich muss Verträge erstellen, die Besetzung zusammensuchen, Notenmaterial besorgen, einrichten und verschicken. Und das ist nur ein sehr kleiner Teil einer sehr langen Liste.
Vor Ort bin ich im Grunde Mädchen für alles, schaue, dass alles einen guten Gang geht, dass Dozenten und Dirigenten gut mit dem Orchester arbeiten können, dass es dem Orchester gut geht, und dass sie in einer angenehmen Atmosphäre gut lernen können.

Wie kamst du zu diesem doch sehr besonderen Job?

Das habe ich einer früheren Kollegin zu verdanken. In meinem damaligen Job war ich nicht so ganz glücklich. Dann kam eine Kollegin und sagte, dass das Landesjugendorchester noch eine Sekretärin suche. Das ist wie gesagt 33 Jahre her. Direkt in der Mittagspause hatte ich dann schon ein Vorstellungsgespräch und habe ein halbes Jahr später angefangen, für das LJO zu arbeiten.

Sehr schön. Du hast aber nie ein Instrument gespielt, oder?

Nein, leider nicht. Mit zehn Jahren bekam ich eine Melodika, das hat aber überhaupt nicht funktioniert und hat mich sehr frustriert. Danach bin ich nie wieder auf die Idee gekommen, ein Instrument zu spielen, und als das LJO kam, hatte ich auch nicht mehr die Zeit dazu.

Wir haben ja das Maskottchen Püppi, wie kam dieses denn zum LJO?

Püppi war ein Abschiedsgeschenk von Freunden für einen Bratscher, der sein letztes Projekt hatte. Dieser war so begeistert von Püppi, aber auch so begeistert von dem LJO, dass er uns Püppi vermacht hat. Seitdem begleitet uns Püppi, nun auch mit Konzertkleidung und normaler Kleidung.

Jetzt sind es ja schon 33 Jahre, was war denn dein persönliches Highlight?

Sehr schwierig… kann ich gar nicht genau sagen. Die schönsten Momente sind die, wenn ich merke, dass es gut läuft, wenn die Orchesterkinder glücklich sind und es eine gute Atmosphäre gibt. Ich kann es nicht sagen, es hat so viele unglaublich schöne Momente gegeben, die kann ich gar nicht alle aufzählen. In ganz besonderer Erinnerung ist mir die 1. Sinfonie von Mahler im Orchesterzentrum in Dortmund geblieben. Wir haben uns sehr viel Mühe mit der Einstudierung der Texte gegeben und hatten extra einen Fachmann vom WDR, der das mit den Teilnehmern einstudiert hat. Die jüdische Gemeinde war eingeladen und es war ein sehr emotionaler, besonderer Moment. Auch „Klangfarbe Bruckner“ war ein tolles Projekt. Die Oper „Don Carlos“ im letzten Jahr natürlich auch unbeschreiblich. Vor allem in den letzten Jahren haben sich die schönen Momente gehäuft, in den ersten Jahren war es viel mühsamer und anstrengender. Dort hatte ich bei Weitem noch nicht die Erfahrung und das Wissen, um so gut wie heute für das LJO zu sorgen.

Warst du schon Mal kurz davor hinzuschmeißen vor lauter Arbeit?

Ich hatte tatsächlich einmal hingeschmissen, ich weiß nicht mehr genau welches Jahr, jedoch war das Dozententeam nicht einfach, die Zusammenarbeit mit mir nicht stimmig und im Orchester gab es Mitglieder, die laut waren und propagierten, dass sie nur da wären, um Spaß außerhalb der Musik zu haben. Das war bevor ich die ganzen Fortbildungen gemacht hatte und ich nicht wusste, wie ich damit umgehen soll. Ich hatte meine Kündigung schon geschrieben, doch dann hat mich Prof. Platen zum Glück davon abgehalten.

Was ist so der schönste Teil an deiner Arbeit?

Der Moment, wenn ich merke, dass organisatorisch alles gut läuft, dass das Mitarbeiterteam ein Team ist und es auch ohne mich funktioniert. Aber eigentlich ist der schönste Moment für mich, wenn ich es schaffe, in den Proben zu sitzen, und dort sehe, wie die künstlerischen Leiter mit dem Orchester arbeiten und alle wirklich glücklich sind.

Was ist der nervigste Teil deiner Arbeit?

Das nervigste sind die Routineaufgaben, die gemacht werden müssen. Ablage, Kalkulationen und all diese Dinge, die dazu gehören aber nicht wirklich Spaß machen. Das ist aber nicht sonderlich schlimm, ich habe gelernt das abzuwickeln, ohne dass mich das wirklich tangiert.

Also insgesamt ein doch schöner Beruf?

Ich könnte mir nichts Besseres vorstellen!