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Interview mit einigen Cellisten
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26.October 2017   Landesjugendorchester NRW

Eure persönliche Bindung zum LJO

Lucas Jansen (18), Tabea Klees (17), Jonah Näckel (16), Johannes Laas (17), Aaron Bergé (18)

 

„Gerade, dass man auf so einem hohen Niveau musiziert und eine persönliche Bindung zu den anderen Orchestermitgliedern hat, ist ziemlich selten.“

 

Einige von euch sind schon ganz lange dabei, andere zum ersten Mal.

Johannes ist das erste Mal dabei, Jonah schon ewig. Viele sind über Jugend Musiziert ins Orchester gekommen und über das Probespiel.

 

Wie gefällt es euch im Orchester?

Aaron: Ausgezeichnet

 

Johannes, für Dich ist es ja das erste Mal in diesem Orchester. Spielst Du auch noch in anderen?

Ich spiele noch im Dortmunder Jugendsinfonieorchester. Das ist zwar nicht so berühmt, aber da bin auch seit geraumer Zeit Stimmführer.

 

Lucas, du bist zum letzten Mal dabei. Wie geht es für dich weiter?

Lucas: Ich habe jetzt mit dem Musikstudium in Detmold begonnen und musste dafür auch schon fürs Studium ein paar Sachen sausen lassen. In Zukunft geht das einfach nicht mehr. In der nächsten Phase habe ich dann Hochschulorchester, genau während der Arbeitsphase vom LJO. Dann passt das zeitlich nicht mehr.

 

Aaron, du bist auch schon eine Weile dabei. Möchtest du später Musik studieren ?

Aaron: Es ist jetzt meine vierte Arbeitsphase, ich glaube, ich war 2015 das erste Mal dabei, Mussorgski haben wir da gespielt, also vor gut zwei Jahren jetzt.

Nein, ich möchte nicht Musik studieren. Ich ziehe in Erwägung vielleicht irgendetwas was sich mit Musik verbinden lässt, zu studieren

 

Was waren denn eure Highlight, eure schönsten Erlebnisse?

Tabea: Ich fand Tschaikowskis 5. total toll. Aber auch die Italien-Tournee fand ich schön.

 

Jonah: Ich mochte Mussorgski und die letzte Arbeitsphase mit den Planeten von Holst und Star Wars, fand ich auch gut.

 

Lucas: Ich fand die Aufnahmen beim WDR in Köln immer ganz toll. Das ist zwar schon anstrengend, aber die konzentrierte Atmosphäre wird bis zu den Konzerten gehalten. Also die Konzerte in Köln waren für mich schon immer Highlights.

 

Jonah: Mussorgski und das Konzert im Kurhaus in Wiesbaden haben mir sehr gut gefallen. Aber auch das Projekt, bei dem wir uns alle kostümiert waren (Klangfarbe Bruckner), war gut.

 

Was ist das Besondere für euch an diesem Orchester?

Aaron: Das Gesamtpaket. Man knüpft im Laufe der Zeit einfach unheimlich viele Freundschaften, die dann auch wirklich eng sind und lange halten. Es ist hier eine gute Möglichkeit mit vielen sehr begabten Musikern auf einem hohen Niveau zu musizieren. Zu Hause im Schulorchester kriegt man das halt nicht so gut hin. Das ist etwas, was man hier sehr schön machen kann.

 

Wirst Du das auch am LJO vermissen, Lucas?

Lucas: Ja, gerade dass man auf so einem hohen Niveau musiziert und eine enge persönliche Bindung zu den anderen Orchestermitgliedern hat, ist ziemlich selten. Das hat man so eigentlich in keiner anderen Konstellation. Das werde ich schon vermissen.

 

Tabea, du bist auch schon eine Weile dabei. Willst du später Musik studieren?

Ja, auf jeden Fall. Ich war zum ersten Mal 2014, im Sommer, dabei. Da hatten wir eine tolle Polen-Tournee. Ich war eine von den Jüngsten damals und es war cool so das LJO mitzubekommen, denn man wächst dann ja auch irgendwie mit.

 

Habt ihr irgendwelche musikalischen Vorbilder?

Tabea: Ich finde, man hat das schon in der Stimmgruppe, weil man von Leuten, die ganz verschieden sind, mitbekommt wie die spielen und ich finde das immer total motivierend. Auch unsere Solisten sind große Vorbilder.

 

Also kommen die Vorbilder auch aus dem direkten Umfeld heraus?

Tabea: Ja genau. Also auch wenn man immer wieder zum LJO kommt und sieht, wie sich andere entwickeln.

 

Ihr seid ja jetzt alle Cellisten hier. Wie seid ihr zu eurem Instrument gekommen?

Jonah: Musikalische Früherziehung in der Musikschule. Da fand ich Cello ganz cool, Trompete auch, damals fand ich das sogar cooler. Trompete durfte ich nicht – jetzt bin ich zum Glück beim Cello gelandet und bin sehr zufrieden damit.

 

Aaron: Ich bin in eine musikalische Familie reingeboren worden. Eigentlich sollte ich Geige spielen, aber meine Schwester hat vor mir Geige gespielt, zwei Jahre – und das wollte ich auf keinen Fall spielen, weil ich immer fand, dass das Instrument fürchterlich gequietscht hat. Deswegen habe ich mich dann für Cello entschieden und das war definitiv die richtige Entscheidung.

 

Johannes: Mein Bruder und ich mussten beide ein Instrument lernen, auch schon mit 6, auch mit musikalischer Früherziehung. Da wollte ich dann zuerst Kontrabass spielen, dann sagte meine Mutter aber: „Nee, der ist zu groß, nimm was Kleineres.“

 

Aber du bist auch zufrieden mit deiner Wahl?

Johannes: Ja, auf jeden Fall. Ich glaube ich kenne keinen Cellisten der sagt: „Nee, finde ich blöd.“

 

Aaron: Ich kenne dafür ganz viele andere, die immer sagen „Ich würde lieber Cello spielen.“

 

Lucas: Ich habe angefangen, als ich aufs Gymnasium gekommen bin und wir hatten an der Schule so einen Projektkurs, wo wir jede Woche Gruppenunterricht auf Streichinstrumenten bekommen haben. Dann konnte man sich eben aussuchen, ob man Geige, Bratsche, Cello oder Kontrabass spielen wollte. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, warum ich mich damals fürs Cello entschieden habe und es war auch erstmal wirklich eher so nebenbei. Ich habe auch nichts geübt und gar nichts gemacht, und auch sehr lange gebraucht, bis ich mich wirklich ernsthaft dazu entschieden habe, das total intensiv zu machen.

 

Tabea: Meine Mutter ist auch Cellistin und ich fand das als kleines Kind schon immer toll. Ich habe immer versucht überall zuzuhören und als sie dann geübt hat, bei ihr in der Cellohülle zugehört. Ich wollte auch immer Cello spielen, aber es gab keine Cellolehrer bei uns und von meiner Mutter wollte ich mir damals nicht so viel sagen lassen, weil ich selbst irgendwie immer wusste, wie ich was machen sollte, das war dann nicht so effektiv. Ich habe dann erstmal Klavier gelernt, dafür gab es Lehrer. Cello lief dann eher so nebenher, erst als ich 13 war habe ich dann richtig angefangen.

 

Macht ihr neben der Musik auch noch andere Dinge im Leben?

Aaron: Ich bin auch sportlich total beschäftigt, aber das lässt sich auch eigentlich ganz gut kombinieren. Ich mach es ja auch nicht so intensiv wie Lucas, da ist noch viel Zeit für anderes nebenbei.

 

Das Interview führten Eva Suhr und Kamilla Eggeling