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Interview mit dem Cello-Dozenten Florian Sebald
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24.October 2017   Landesjugendorchester NRW

Ehemaliger LJO-ler und jetziger Dozent erzählt über seine Erfahrungen zum LJO

„Das LJO war einer der zentralen Punkte in meinem Leben, die dazu geführt haben, dass ich Musik studiert habe.“

 

Wie lange warst Du als Spieler beim LJO dabei?

Das ist eine gute Frage. Ich war 15, bis zum Abitur, also 19. Also bestimmt vier Jahre. Dann war ich nochmal nach der Bundeswehr für eine Arbeitsphase eingesprungen und jetzt bin ich hier als Dozent.

 

Kehrst Du gerne zum LJO zurück.

Tatsächlich sehr gerne aus verschiedensten Gründen. Einfach aus alter Verbundenheit, weil mir das selber sehr wichtig war hier zu spielen und es mir als Dozent auch wirklich großen Spaß macht.

 

Wie haben sich die Arbeitsphasen denn verändert von früheren zu jetzigen?

In den Grundzügen hat sich wenig verändert. Das Prozedere erst Registerproben, dann Tuttiproben ist gleich geblieben. Viele Mechanismen der Kinder oder Jugendlichen von heute ist auch ganz  ähnlich wie  früher. Zum Beispiel wie man sich verhält, wie die Jugendlichen denken, wie man die Begeisterung von den Jugendlichen von heute spürt, genauso wie die, die wir damals selbst gespürt haben. Ansonsten habe ich eigentlich nicht das Gefühl, dass sich grundlegend etwas verändert hätte.

 

Hattest Du eine Lieblingsarbeitsphase oder ein Highlight, das Dir in besonderer Erinnerung geblieben ist?

Eine Spezielle? Die Fahrt nach Litauen war toll, die habe ich als sehr nett in Erinnerung und eigentlich auch das Projekt bei der wir Carmen gespielt haben.

 

Warum die beiden?

Vielliecht, weil es Reisen waren und dort Opern gespielt hat. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte man noch keine Opern gespielt und auch später nicht oft diese Möglichkeit. Diese Litauenfahrt war so toll, weil es eben ein Landstrich war den man so nicht kannte, das war ja damals neu in der Erreichbarkeit und es waren wahnsinnig nette Leute dabei. Ich war ja wirklich lang im LJO und man kannte sich sehr gut. Das war eine schöne Fahrt, denke ich gern dran!

 

Was macht das LJO für Dich aus?

Ich kann es mal anders sagen: Das LJO war einer der zentralen Punkte in meinem Leben, die dazu geführt haben, dass ich Musik studiert habe. Ohne das LJO und sicher noch ein paar andere Punkte wäre ich nicht Berufsmusiker geworden. Das heißt diese Begeisterung zur Musik und diese Begeisterung zum Orchesterspiel gründet sich zum Großteil auf den Erfahrungen vom Landesjugendorchester.

 

Gab es auch schlimme Erinnerungen an die LJO Arbeitsphasen?

Als aktiver Musiker im Orchestervorstand war auch Zivilcourage gefordert. Das war nicht immer einfach. Sowohl als ehemaliger Stimmführer als auch als Dozent kommt man in Situationen in denen man mutig sein muss. Dem Dirigenten zu sagen, dass er zu lange probt oder einem Teilnehmer zu erklären, dass er den Anforderungen des LJOs noch nicht gewachsen ist, ist nicht immer leicht.

 

Ja gerne!