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Chefdirigent Sebastian Tewinkel im Interview
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18.April 2019   Landesjugendorchester NRW

Heute hatten wir ein Interview mit unserem Chefdirigenten Sebastian Tewinkel! Von seiner eigenen Zeit im LJO bis zu unserem aktuellen Programm wurde über alles geredet.

Hi Sebastian, cool, dass du da bist! Du bist jetzt seit Frühjahr 2018 Chefdirigent beim LJO. Wie ist es dazu gekommen?

Ich hatte im Frühjahr 2015 eine Arbeitsphase als Gastdirigent geleitet und das hat offensichtlich nicht nur für mich gut funktioniert, sondern auch fürs Orchester. Dann ist mir angeboten worden, diese Position zu übernehmen und das habe ich sehr gerne gemacht.

Und was würdest du sagen ist an der Arbeit mit dem LJO so spannend?

Naja, das hört man ja immer wieder von Landesjungendorchestern, das Tolle ist, dass das Orchester einfach total Bock hat zu spielen. Und diese Motivation lässt quasi nie nach, also man kann proben ohne Ende und alle haben trotzdem immer Lust zu spielen. Man hat das Gefühl, man hat einen Haufen super motivierter Musiker vor sich und das ist natürlich für einen Dirigenten ein Traum.

Was ist bisher so dein Highlight gewesen?

Das ist schwer zu sagen, weil wir eigentlich in jeder Arbeitsphase tolle Sachen hatten, aber das Konzert in Münster 2015 war großartig. Vorletztes Jahr hatten wir ein ganz tolles Konzert in Köln, als wir Star Wars gespielt haben und die Opernaufführungen in Gent waren sicherlich für alle, die dabei waren, unvergesslich.

Und was war der lustigste Moment?

Lustig haben wir es eigentlich immer. Der lustigste weiß ich nicht, aber diese Woche zum Beispiel, habe ich in einer Probe einen Musiker mit dem falschen Namen angeredet, obwohl ich ihn eigentlich total gut kenne, weil er schon lange dabei ist. Ich habe gesagt du bist doch Helge, er heißt aber Malte und das ist seitdem sozusagen ein Running Gag, da ihn jetzt jeder nur noch Helge nennt.

Wir haben noch eine Frage über Instagram bekommen und zwar, wie lernt man es so schnell "Schnaggeldiggeldaggel" zu sagen?

Schnaggeldiggeldaggel… das ist interessant, ich habe auch schon von Profimusikern gehört, dass sie es noch nie erlebt haben, dass ein Dirigent so schnell Rhythmen sprechen kann. Rhythmische Präzision liegt mir total am Herzen und dann sage ich halt wir spielen „diddeldidideldidi“, das mache ich auch in jedem anderen Orchester.

Und du hast früher selbst im LJO mitgespielt, oder?

Witziger Weise war meine erste Phase auch genau hier in Nottuln. Im Herbst 1990 bin ich kurzfristig eingesprungen und habe unter meinem späteren Lehrer Thomas Ungar 5.Beethoven, Schubert Unvollendete und Schumann Cellokonzert gespielt. Und ich fühlte mich schon damals total privilegiert, dass ich dort mitspielen durfte und es hat mir mega viel Spaß gemacht. Und jetzt schließt, bzw. führt sich dieser Kreis fort und ich bin als Dirigent wieder mit dabei.

Hast du ein Lieblingsstück?

La Valse finde ich ganz toll. Diesen hatte ich vorher noch nie gemacht und wollte ihn unbedingt einmal machen. Er ist sehr sehr schwer, klappt aber super. Und Gershwin liegt dem Orchester wahnsinnig gut. Man merkt, dass das Orchester unglaublich viel Spaß hat das Stück zu spielen. Auch Offenbach ist ein sehr interessantes und reizvolles Stück.

Das heißt bei der Auswahl der Stücke entscheidest du mit?

Genau, es gibt einen künstlerischen Beirat und wir entscheiden gemeinschaftlich, was in den nächsten Phasen gespielt werden soll. In diesem Jahr haben wir ein französisch angehauchtes Programm entworfen, da wir auch mit dem WDR zusammenarbeiten und wir auf Grund des Offenbach-Jubiläums auch einen sehr großen Offenbachpart im Programm haben wollten. 

Vielen Dank, hast du noch was zu sagen?

Nein, eigentlich nicht, ich hoffe natürlich, dass viele Leute zu den Konzerten kommen und es ist mir wie immer eine große Freude hier zu sein!