Loading...

Auf zu neuen Erfahrungen; „eXperience“
Alle Einträge

13.September 2019   Kinderorchester NRW

Nur noch knapp eine Woche und das nächste Projekt des Kinderorchesters NRW geht an den Start! Wie immer steht wieder ein höchst abwechslungsreiches Programm mit bekannten Komponisten wie Tschaikowsky, Mozart, Bach und Debussy auf dem Plan. Eva Pöpplein, Profi in Sachen Elektronik und Live-Remix wird das Orchester während der Arbeitsphase begleiten. Wir haben ihr Vorab ein paar Fragen gestellt.

Stell dich doch mal vor!
Ich heiße Eva und bin leidenschaftlich an Tönen und an Sounds interessiert. Beruflich darf ich als Toningenieurin beim Deutschlandfunk die technische Umsetzung von Radioproduktionen gestalten und als Klangkünstlerin/Computer-Musikerin werde ich auch regelmäßig selbst kreativ!

Hast du mal irgendwelche Instrumente gespielt?
Mit neun habe ich begonnen Geige zu spielen. Danach war kein Halten mehr. Ich hab im Kinder- und Jugendorchester große Sinfonien und sogar Violinkonzerte aufgeführt. Später hat mir das geholfen, um die ziemlich schwierige Aufnahmeprüfung für das Tonmeister-Studium an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien zu bestehen.

Wie sieht so ein typischer Tag bei dir aus?
Ich stehe ziemlich früh auf und frühstücke mit meinem Mann und mit meinen beiden Kindern. Dann fahre ich mit dem Fahrrad in den Deutschlandfunk (DLF) und nehme Weltklasse-Musiker und -Ensembles im Kammermusiksaal auf, oder ich produziere ein Feature oder ein Hörspiel in einem der großen Hörspielstudios des DLF. Wenn ich nicht im Deutschlandfunk arbeite,  gehe ich einmal über den Flur in die Wohnung gegenüber. Dort ist das Studio meines Duos Merzouga. Dann nehme ich zum Beispiel meine Geige auf und verändere den Klang anschließend mit meinem Computer so, dass geheimnisvolle Klanglandschaften entstehen.

Machst du auch selber Musik bzw komponierst du?
Ja, ganz viel! Im Moment arbeite ich an einer Komposition für den finnischen Rundfunk. Wir experimentieren damit die Bilder des berühmten Malers Sean Scully in Klänge zu übersetzen. Kürzlich habe ich Stadtgeräusche in Venedig aufgenommen und daraus elektronische Musik komponiert. Diese Stadklang-Miniaturen wurden dann mit 300 Jahre alten Gondoliere-Liedern kombiniert, und ich durfte die Komposition in der Elbphilharmonie uraufführen. Da saß ich dann mit meinem Computer gemeinsam mit dem Barock-Ensemble und dem Sänger auf der Bühne. Das war ganz schön aufregend!

Was wünschst/erhoffst/erwartest du von diesem Projekt?
Ich freue mich auf den lebendigen Austausch mit Euch und bin gespannt auf Eure Klangeindrücke! Und ich bin schon sehr neugierig, wie Ihr die Musik der alten Meister zu neuem, jungen Leben erweckt!

 

Das Interview führte Alina Steinbrecher

Weitere Infos zu Eva und ihrer Arbeit findet ihr unter: www.merzougamusic.com