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"Mein Traum war aber immer schon die Musik!" Ein Interview mit Harald Hörtlackner über seinen Weg zur Musik und sein Quintett beim Kammermusikzentrum
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18.Mai 2017   Kammermusikzentrum NRW

Harald Hörtlackner, Posaunist bei den Bielefelder Philharmonikern und Dozent im Kammermusikzentrum, spricht über seine Jungs vom Brassomir-Quintett und was er ihnen vermitteln möchte.

Als Posaunist im Orchester und als Dozent im Kammermusikzentrum sind Sie im ständigen Wechsel zwischen der Arbeit im Orchester und mit Jugendlichen in der Kammermusik. Präferieren Sie Eine dieser beiden Formen?

Für mich ist beides sehr wichtig: Das eine sollte das andere nicht ausschließen. Ich spiele selbst sehr gerne, dennoch ist es mir aber auch wichtig, meine Praxiserfahrung und jene, die ich durch mein umfangreiches Studium sammeln durfte, weiterzugeben.

Hätten Sie sich auch einen anderen Beruf als den des Musikers vorstellen können?

Wenn sich die Situation für das Studium nicht so ergeben hätte, wäre ich bestimmt auch mit etwas Anderem glücklich geworden. Mein Traum war aber immer schon die Musik!

Was hat Sie dann letztendlich zur Karriere des Musikers bewegt?

Schon als Jugendlicher hat für mich die Musik eine wichtige Rolle gespielt. In meinen Anfängen wirkte ich mit dem Tenorhorn in vielen Blasorchester und Ensembles. Mein damaliger Lehrer förderte zum Glück sehr stark die klassische Richtung. Heute ganz unvorstellbar, gab es damals im österreichischen "Jugend musiziert" (prima la musica) noch gar keine Wertung für Tenorhorn. Durch meine Teilnahme wurde sie damals erstmalig eingeführt. Da es später für weitere Studien am Tenorhorn keine richtigen Möglichkeiten gab und die ansatzverwandte Posaune entsprechende Perspektiven bat, war für mich die Entscheidung meines weiteren Weges schnell getroffen. Die Baßposaune hatte mich, bestimmt auch weil mein Lehrer sie spielte, immer schon fasziniert. Nach kurzer Zeit des intensiven Übens, neben meinen Präsenzdienst bei der Militärmusik Salzburg, machte ich solche Fortschritte, dass für mich eine Aufnahmeprüfung für ein Studium am Mozarteum Salzburg schnell möglich war. Da es damals in Wien ein besonders gutes Angebot gab, wechselte ich nach kurzer Zeit meinen Studienort. Leistungsstipendien der Schweizer Thyll Dürr Stiftung und des damaligen Herbert von Karajan Centrums Wien förderten mich zusätzlich noch auf diesem Weg.

Gibt es Schwierigkeiten in einem Ensemble wie „Brassomir“, in dem die Mitglieder unterschiedlichen Alters sind?

In dieser Altersspanne gibt es schon sehr unterschiedliche Interessensgebiete. Die Jungs gehen damit aber wunderbar um, so dass das Interesse füreinander nicht nur auf musikalischer, sondern auch auf persönlicher Ebene vorhanden ist.

Mit dem „großen Rennen um den Platz aufe’ Erde“ hat das Kammermusikzentrum ein komödiantisches Theaterstück auf die Beine gestellt, in dem viele Komponisten ein wenig überzogen dargestellt werden. Haben Sie eine Top Drei ihrer Lieblingskomponisten oder gar einen persönlichen Favoriten?

Instrumentenspezifisch gefallen mir natürlich Kompositionen, bei denen auch die Blechbläser eine Rolle spielen. Grundsätzlich gefällt mir aber meist gut dargebotene Musik. Jeder Komponist bringt etwas Anderes aus seiner Zeit und deren Umständen. Dies zum Leben zu erwecken ist erstrebenswert. Wenn eine Komposition in Ihrer Beschaffenheit gut interpretiert und vermittelt wird, findet sie meines Erachtens auch immer den Weg zum Zuhörer.
Die Verflechtung vieler großer Komponisten und deren Darstellung finde ich in dem "Rennen um den Platz aufe' Erde" einfach nur großartig! Gratulation nicht nur der musikalischen sondern eben auch der schauspielerischen Leistung der Darsteller!!

Danke für das Interview!

Das Interview führte Aron Torka.