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Interview mit Rahel Weiher (16), Konzertmeisterin
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28.Oktober 2017   Landesjugendorchester NRW

Nach vier Arbeitsphasen wurde ich Konzertmeisterin

Wie lange bist du schon dabei?

Das ist jetzt meine 5. Arbeitsphase, also seit etwa 2 ½ Jahren. Konzertmeisterin bin ich jetzt zum ersten Mal hier.

 

Auf welchem Wege bist du ins Orchester gekommen?

Ich kannte vorher schon Leute, die im Orchester waren, die haben mir das empfohlen und dann habe ich das Probespiel gemacht.

 

Hast du vorher schon in anderen Orchestern gespielt?

Ich habe in einem kleinen regionalen Orchester angefangen und bin dann in die deutsche Streicherphilharmonie gekommen, da war ich glaube ich 1 ½ Jahre lang, bevor ich ins LJO gekommen bin. Da war ich auch schon Stimmführerin der zweiten Geigen und habe auch schon sehr viel gelernt. Das LJO ist jetzt also mein drittes Orchester, aber auch das größte.

 

Welche Erlebnisse mit dem Orchester sind dir bisher besonders in Erinnerung geblieben?

Die neunte Symphonie von Bruckner, weil das meine allererste Arbeitsphase mit dem Orchester war. Ich war noch jünger und hatte noch nicht so viel Orchestererfahrung und es war eben ein Riesenwerk, was wir da aufgeführt haben, mit einer monströsen Besetzung von über hundert Leuten und einer intensiven Probenphase. Dadurch ist sie mir ganz besonders in Erinnerung geblieben. Aber eigentlich hat jede Probenphase etwas ganz besonderes. In meiner zweiten Arbeitsphase zum Beispiel saß ich schon am ersten Pult der ersten Geigen und wir spielten die 5. Symphonie von Tschaikowsky, was ja auch eine unglaublich schöne Symphonie ist. Die Italien-Tournee war auch ein schönes Erlebnis und die letzte Arbeitsphase mit Star Wars und den „Planeten“ von Gustav Holst – das ist ja auch ein unglaubliches Werk, eines meiner Lieblingswerke. Und dieses Mal bin ich eben Konzertmeisterin.

 

Und wie läuft es bisher für dich?

Ich versuche natürlich mein Bestes zu geben, ich hoffe ich kann die Gruppe gut führen.

 

Möchtest du später Musik studieren?

Ich wollte sehr lange Musik studieren und habe jetzt recht kurzfristig entschieden es nicht zu machen. Geige wird dann weiterhin ein Hobby bleiben, ich kann dann trotzdem mein ganzes Leben noch spielen und es muss für mich nicht zum Beruf werden. Ich habe mich für Politik entschieden, habe jetzt auch schon angefangen. Ich werde aber weiterhin im LJO bleiben, auf jeden Fall.

 

Wie würdest du das LJO beschreiben?

Es ist eine sehr gemischte Truppe, jeder kommt aus einem anderen Teil von NRW, jeder hat eine andere Vorgeschichte und manche spielen auch noch andere Instrumente nebenher. Beim Spielen ist man dann trotzdem irgendwie eine Einheit. Man ist bei der Arbeitsphase so lange zusammen, erarbeitet das Werk zusammen und verbringt grundsätzlich viel Zeit miteinander. Ich habe auch ein paar sehr gute Freunde hier gefunden, mit denen ich auch außerhalb des Orchesters im Trio spiele. Ich finde das Orchester also sehr gemischt, sehr vielfältig, aber beim Spielen dann trotzdem eine gemeinsame Gruppe, das finde ich sehr schön.

 

Wie war das für dich mit Hubert Buchberger als Dirigent, der ja nun in den Ruhestand geht?

Ich finde, er hat im Umgang mit dem Orchester eine ganz, ganz liebe Art, ist immer ganz freundlich, strahlt immer eine positive Stimmung aus, in den Proben herrscht auch immer eine angenehme und entspannte Stimmung. Mit ihm gehen halt die Erinnerungen an die ganzen Projekte, die er mit uns einstudiert hat und da hängt ja ganz viel dran. Nicht nur die Arbeitsphase selbst, sondern auch die Freundschaften und was man erlebt und gelernt hat in dieser Phase.

 

Wie bist du eigentlich zu deinem Instrument gekommen?

Das ist eine etwas peinliche Geschichte: Es gibt auf KiKa die Zeichentrickserie „Little Amadeus“. Da geht es um Mozart als Kind, der dann irgendwelche Abenteuer erlebt. Die habe ich früher geliebt und wollte deshalb auch immer Geige spielen.

 

Wie lange spielst du schon?

Etwa 11 ½ Jahre.

 

Ist deine Familie auch musikalisch?

Nicht so. Meine Eltern haben früher zwar auch mal ein Instrument gespielt und meine Schwester auch, aber ich bin die einzige, die es intensiver betreibt.

 

Hast du ein musikalisches Vorbild?

Als Kind immer Anne Sophie Mutter, ich habe sie immer total angehimmelt. In den Orchestern, in denen ich spiele bzw. gespielt habe, sind immer wieder auch super gute Leute. In der deutschen Streicherphilharmonie ist eine Konzertmeisterin, die nun in New York bei Professor Zuckermann ihr Studium beginnt. Die hat auch so eine Vorbildfunktion, aber eigentlich versuche ich mir eigene Ziele zu stecken.

 

Das Interview führte Kamilla Eggeling