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"Gerade bei der Kammermusik ist die Ausstrahlung jedes einzelnen Musikers wichtig!" Ein Interview mit Laura Austermann
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09.August 2018   Kammermusikzentrum NRW

Hier berichtet die Klarinettistin Laura über ihre Erfahrungen mit dem Kammermusikzentrum NRW, über "Peter und der Wolf", die Katze und über die Vorzüge des Klarinettespielens...

Liebe Laura, Du spielst Klarinette und hast im Quintett „Peter und der Wolf“ die Rolle der Katze übernommen. Katze und Klarinette: Passt das für Dich zusammen?
Laura Austermann: Natürlich passt das zusammen: Die Katze hat diese Art leise zu schleichen, die man auf der Klarinette mit ihrem weichen Klang sehr gut nachmachen kann.
Und auch der hochnäsige und eigenwillige Charakter einer Katze passt meiner Meinung nach super zur Klarinette, da sie viele verschiedene Klangfarben hat, die man den Stimmungen und Situationen anpassen kann.

Was hat Dich daran gereizt an dem Projekt mitzumachen?
Laura: Am Anfang war es die Gruppe. Unser Quintett hat sich in der Herbst-Arbeitsphase 2017 des Landesjugendorchesters zusammen gefunden, als wir alle Lust hatten etwas Kammermusik zu machen. Professor Sebald hat uns einige Tipps für das Quintettspiel gegeben und uns kurz darauf gefragt, ob wir nicht in der Besetzung bei „Jugend musiziert“ mitmachen wollten. Als das nicht klappte, kam das „Peter und der Wolf Projekt” ins Gespräch und ich war begeistert, die Chance zu bekommen, dieses Werk, das viele Kinder an klassische Musik heranführt, auch vor einem jungen Publikum zu spielen.

Sind Kinder ein anderes Konzertpublikum als Erwachsene oder Jugendliche? Ist es schwieriger für Kinder zu spielen? Wie habt ihr euch auf die Konzerte vorbereitet?
Laura: Kinder sind schon ein anderes Publikum. Sie zeigen direkt, wenn das Interesse verschwindet, dann geht sofort die Konzentration weg und es wird unruhig. Diese direkte Reaktion ist zum einen schwierig, zum anderen zeigt sie einem, wann man sich selber wieder mehr auf die Performance konzentrieren muss.
Bei Erwachsenen und Jugendlichen kommt die Rückmeldung erst nach dem Konzert und da ist es dann offensichtlich zu spät, etwas zu ändern.
Vorbereitet haben wir uns deshalb nicht nur auf der musikalischen Ebene. Performance und Auftritt waren fast genauso wichtig, um durchgehend eine gewisse Ausstrahlung den Kindern gegenüber zu bringen, die das Interesse aufrecht hält.

Wie stehst Du zu der Öffnung des Kammermusikzentrums für Schauspiel? War es schwer, sich darauf einzulassen? Hat es Spaß gemacht? Bringt es Dich als Klarinettistin weiter?
Laura: Als Musiker denkt man häufig, zwischen Musik und Schauspiel liegen Welten, und es ist schwierig, das zu vereinen, aber gerade bei der Kammermusik ist die Ausstrahlung jedes einzelnen Musikers wichtig.
Zu Beginn ist es natürlich schwierig, sich auf Schauspielübungen einzulassen, aber man merkt, dass es auch musikalisch unterstützend wirken kann. Spaß haben die Übungen und Spiele natürlich auch gemacht und auf der Ebene des Musizierenden ist einem seine Rolle im Quintett und in der Geschichte von Peter und dem Wolf noch viel deutlicher geworden.

Wie war die Zusammenarbeit mit den Dozenten?
Laura: Ich fand es gut, dass wir vier verschiedene Dozenten hatten, die alle unterschiedlich mit uns gearbeitet haben. So hat uns Professor Sebald beispielsweise noch vor der eigentlichen Probenarbeit geholfen, in das Stück hinein zu finden.
Bei den Proben in Bad Fredeburg hatten wir mit Professor Andreas Langenbuch und Susanne Wohlmacher noch einmal zwei Dozenten, die uns auf ihre Art und Weise bei der Interpretation des Stücks geholfen haben. Besonders gut fand ich, dass wir endlich einmal einen Klarinettisten als Dozenten hatten, der bei den vielen technisch anspruchsvollen Stellen, die das Werk zu bieten hat, Tipps geben konnte.
Auch die szenische Arbeit mit Laura Remmler hat sehr viel Spaß gemacht und das Stück bereit zur Präsentation gemacht.